Paul-Gerhardt-Gemeinde/Berlin-Lichtenberg

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Gewalt in der Bibel

Gewalt in der BibelEs gibt in der Bibel wunderbare Texte. Texte die den Frieden besingen, Texte die uns zu Güte und  Barmherzigkeit  und sogar zur Feindesliebe befähigen. Wer sich jedoch in die Lektüre der Bibel vertieft, ob nun zur Glaubensstärkung oder zur  Selbstvergewisserung, der wird auch unweigerlich auf Texte stoßen, die alles andere als Manifeste der Gewaltlosigkeit sind.
Ich möchte hier zur Illustration nur zwei Beispiele aus den Psalmen  zitieren:

 

Ja selbst der in der DDR so gern zitierte Psalmvers: "Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen", der den Zeitgenossen unweigerlich an die Berliner Mauer denken ließ, meinte ursprünglich nichts anderes als die feindliche Stadtmauer, die mit Gottes Hilfe überwindbar wurde: "Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschlagen und mit meinem Gott über Mauern springen." (Psalm 18,30)

Für uns heute ist diese Tradition der Gewalt und sogar Gewaltverherrlichung anstößig. Sie irritiert uns besonders im Blick auf einen sich militant gebenden Islam, weil er uns zeigt, daß auch unsere heiligen Texte den Heiligen Krieg kennen, uns Gott in ihnen auch als Kriegsgott begegnen kann und neben einem Friedensethos auch ein Kriegsethos aus der Bibel abgeleitet werden kann, ein Kriegsethos, daß Christen Jahrhunderte auch lebten.

Deshalb wollen wir uns auch im Rahmen der zu Ende gehenden „Dekade gegen Gewalt“ mit diesen Texten auseinandersetzen, vor allem mit dem Ziel, sie verstehbar zu machen und dem Gedanken nachgehen, ob nicht auch diese Texte letztlich dem Ziel dienten, Gewalt zu überwinden.


Am Ende der drei Abende soll ein Exkurs zur evangelischen Kriegstheologie stehen, die ihren Höhepunkt im 1. Weltkrieg hatte.

Die Abende finden im Lothar-Kreyssig-Haus am 15. September, 6. Oktober und 10. November jeweils um 19.30 Uhr statt.


Pfarrer Edgar Dusdal