Judas - Rebell, Verräter oder Heiliger?
Wer war Judas und welche Rolle spielte er? Wie wird Judas heute wahrgenommen und welche Rolle spielt das 2005 als Sensation gefeierte wiederentdeckte Judasevangelium? Bietet es eine neue Sicht auf Judas, die der in den Evangelien radikal widerspricht?
Jedes Jahr vergegenwärtigen wir uns immer wieder in der Passionszeit in besonderer Weise auch die Person Judas. Jesus und sein Jünger Judas werden zu Antipoden. Die Gestalt des Judas in den Passionsberichten der Evangelien ist anstößig, widersprüchlich, verunsichernd. Daraus ergeben sich Fragen: Brauchte Gott den Verräter? Ist auch Judas ein Bestandteil im göttlichen Heilsplan wie Jesus? Wie verhalten sich göttliche Vorsehung und menschliche Entscheidungsfreiheit zueinander? Ist Judas Opfer des Bösen oder Diener des Heils? Verräter oder Heiliger? Wer sich auf Judas einläßt, verstrickt sich bei der Deutung seiner Person unweigerlich in Widersprüche. Judas hat Jesus verraten. Doch hat er damit getan, was Gott wollte? Der Verrat läßt uns Einblick nehmen in die dunklen Seiten des Menschseins – doch hat nicht auch Gott Judas verraten, indem er ihn als Werkzeug benutze? Der Verrat des Judas stellt auch die Frage nach der dunklen Seite Gottes. Oder nach dem Wirken Satans.
Vom 19. - 21. März 2010 möchte ich zu diesem Thema ganz herzlich in das Rüstzeitenheim „Haus der Begegnung“ in Schönberg (Mark) nördlich von Herzberg einladen.
Ausgehend von der Textüberlieferung in den Evangelien soll es über das nach Judas benannte Evangelium um die oben aufgeworfenen Fragen gehen. Des Weiteren werden wir der Rezeption des Judas in der Literatur nachgehen, angefangen bei Dante bis hin zu Nikos Kazantzakis u.a. Darstellungen in der bildenden Kunst sowie im Film sollen das Ganze abrunden.
Die Freizeit beginnt Freitag 18 Uhr mit dem Abendessen und endet am Sonntag nach dem Mittagessen, der Teilnahmebeitrag beträgt 50 Euro. Wer teilnehmen möchte, melde sich bitte bis zum 28. Februar im
Gemeindebüro an.
Pfarrer Edgar Dusdal