Liturgische Messen in der Erlöserkirche

Im Gemeindebezirk Erlöser wird nach der KinderKirche ein weiterer
Profil-Gottesdienst ins Leben gerufen. Er ist mit der Überschrift
Liturgische Messe versehen. Dieser Begriff mag auf den ersten Blick Fragen aufwerfen, etwa: ist "Messe" nicht etwas Katholisches? Die Antwort ist: nein, die Messe ist auch nach evangelischem Verständnis ein Gottesdienst mit vollständiger Liturgie einschließlich des Abendmahles. Und warum "liturgisch"? Ist nicht jeder Gottesdienst, jede Messe von vornherein mit Liturgie versehen? Antwort: ja, so ist es. Die Bezeichnung "Liturgische Messe" ist eigentlich eine überflüssige Verdopplung. Sie wurde dennoch gewählt, um auf den ersten Blick das besondere Profil dieser Gottesdienste deutlich zu machen.
Diese Gottesdienste werden, rein äußerlich gesehen, nichts Spektakuläres haben. Der Anteil der liturgischen Gesänge soll gegenüber dem Gewohnten stark ausgeweitet werden. Der Chor wird vorn – im Angesicht der Gemeinde – stehen und ihren Gesang stützen und anführen. Die Liturgie soll sowohl Bekanntes als auch Neues enthalten; sie soll so beschaffen sein, dass die Gemeinde schnell hineinfindet und sich in den Ablauf "fallenlassen" kann. Die gesamte Musik soll durch Konzentration, inneren Schwung, aber nicht durch besondere äußere Effekte geprägt sein; außer der Orgel sind keine Instrumente vorgesehen.
Ziel dieser Gottesdienste ist es, dem Bedürfnis nach Feierlichkeit, nach konzentrierten, flüssigen Abläufen entgegenzukommen. Der Ehrlichkeit halber soll nicht verschwiegen werden, welche Bedürfnisse in diesem Fall nicht befriedigt werden können: Bewegungsdrang sowie der Wunsch nach musikalischen Elementen der so genannten U-Musik. Hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass nichts dagegen spricht, diesen Bedürfnissen an anderer Stelle Raum zu geben - zum Beispiel im parallel im Gemeindesaal stattfindenden Kindergottesdienst.
Kantor Matthias Elger