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Offene Kirche

Willkommen in der Offenen Kirche

Ein kleiner Rundgang über den Friedhof in Karlshorst

Wir betreten den Karlshorster Friedhof über den Haupteingang an der Robert-Siewert-Straße 67, hier sehen wir rechts das umgebaute Verwalterhaus, in dem sich die Hauptverwaltung für die sechs Friedhöfe im Evangelischen Friedhofsverbund befindet. Im Eingangsbereich dieses Gebäudes befindet sich eine biographische Ausstellung der hier ruhenden Persönlichkeiten. Ein Stück weiter in Richtung Kapelle erblicken wir rechts das Haus der Begegnung. Hier haben wir einen Gastraum für 40 Plätze geschaffen. Nach einer Beerdigung kann man sich bei einem Kaffee oder Tee, einem Imbiss oder einem kompletten Menü in geschlossenem Kreis zusammenfinden und noch einmal reden, weinen, singen oder auch nachdenklich schweigen. Die Bewirtschaftung erfolgt über die Gaststätte „Warmbader Hof“. Zu diesem Gebäude gehört der Garten der Begegnung. Mittelpunkt in üppiger Bepflanzung ist hier ein Teich mit Zufluss, der den Kreis des Lebens symbolisiert. In der Nähe dieses Hauses, in der Abt. 9 ruht Armin Kuntze, ein bekannter Tierarzt, der lange Jahre im Tierpark, insbesondere im Elefantenhaus gewirkt hat.
 
Wir gehen jetzt weiter auf dem gepflasterten Hauptweg auf die Kapelle zu, die 1905 nach den Plänen von Joh. Ernst ihrer Bestimmung übergeben wurde. Dabei kommen wir an der rechts am Hauptweg ge- legenen Grabstelle von Superintendent i.R. Joachim Rißmann vorbei. Er hat in besonderer Weise den Kirchenkreis gestaltet und das Gemeindeleben in Karlshorst geprägt. Vor der Kapelle angekommen, führt uns der Weg weiter nach links, wo wir auf die Grabanlage der Familie Gregorovius stoßen. Oskar Gregorovius, der Baumeister von Karlshorst, hat die ersten Villen an der Ehrlichstraße gebaut und die Grundstruktur dieses Stadtteils entworfen. Dieser Grabstelle gegenüber liegt die Grabstelle von Pfarrer Paul Ehrhardt, der erste Pfarrer dieser Gemeinde. Zurück auf dem gepflasterten Hauptweg wechseln wir auf den Friedrichsfelder Teil des Friedhofes. Links sehen wir in einem Rundteil eine große Douglasie, eins von mehreren Naturdenkmälern auf dem Friedhof. Dahinter befindet sich ein Biotop, in dem viele Vögel, unter anderen Mäusebussard und Nachtigallen, nisten. Wir gehen auf die weiße Mauer zu und biegen unmittelbar davor rechts ab. Hier gelangen wir zu der Grabstelle von Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Dathe, dem langjährigen Direktor des Tierparks Berlin. Von hier aus führt uns einer der breiten unbefestigten Wege in nördlicher Richtung (U-Bahn). Links sehen wir eine große Stele, die zu einer von verschiedenen gestalteten Urnengemeinschaftsanlagen auf dem Friedhof gehört. Wir folgen dem Weg weiter und biegen vor einem Grabfeld mit Holzkreuzen rechts ab zu einer von mehreren Kriegsgräberanlagen auf dem Friedhof. Hier ruhen die am Ende des zweiten Weltkriegs in Karlshorst getöteten Soldaten und Zivilisten. Wir folgen dem Weg weiter in Richtung des Karlshorster Bereiches. Dabei kommen wir links an einer, im Rundteil gestalteten Urnengemeinschaftsanlage mit Platten und einer Erdgemeinschaftsanlage vorbei. Rechter Hand sehen wir eine Grabstelle an einer Wiese, wo uns ein hoher grauer Stein mit herausgearbeitetem Kreuz und Kinderspielzeug auffällt. Diese Grabstelle wurde für das Oskar-Ziethen-Krankenhaus Lichtenberg eingerichtet. In ihr werden die stillgeborenen Kinder beigesetzt, um auch diesen Eltern und Angehörigen einen Ort der Trauer geben zu können.
 
Wir sind jetzt wieder auf dem Karlshorster Teil angelangt und wenden uns zunächst nach links. Hier kommen wir zur Grabanlage der Marienschwestern des ehemaligen katholischen St. Antonius Hospitals. In dieser Anlage ruht auch der polnische Prälat Carl Ulitzka, der in seiner Heimat sehr verehrt wird und als ungekrönter König von Oberschlesien bezeichnet wird. Ulitzka hatte sich als Reichstagsabgeordneter für die Erhaltung der polnischen Identität eingesetzt. Wir gehen jetzt weiter auf die Rückfront der Kapelle zu. Hier erreichen wir in der Abt. U 3a die Grabstelle von Peter Borgelt, „dem Hauptmann Fuchs“ aus der Fernsehserie Polizeiruf 110. Weiter auf dem Weg zur Kapelle passieren wir die Grabstelle von Georg Knorr, dem Erfinder der Knorr-Bremse, dessen Werk in Berlin noch immer Bremsen herstellt. Rechts neben dieser Grabstelle, finden wir die älteste noch erhaltene Grabstelle der Familie Wilhelm und Emilie Krüger. Hinter dieser Grabstelle wird zur Zeit eine Kriegsgräberanlage hergerichtet. Rund um die Kapelle sind die Pfarrer der Gemeinde Karlshorst beigesetzt, unter ihnen Pfarrer Ehrhardt, der oben schon erwähnt wurde. Hier endet unser kleiner Rundgang. Auf dem Friedhof liegen noch viele andere Persönlichkeiten, die hier aus Platzgründen nicht genannt werden konnten.
 
Machen Sie doch einmal einen realen Spaziergang über den Friedhof in Karlshorst, Sie werden überrascht sein, was man hier alles entdecken kann. Zudem laden viele Bänke in einmaliger Natur zum Verweilen ein. Die Mitarbeiter auf dem Friedhof beantworten gern Ihre Fragen, zudem können Sie im Büro die Ausstellung anschauen und Fragen, auch zu persönlichen Belangen stellen.
Bernd Thürling,
Verwalter des Evangelischen
Friedhofsverbundes
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