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Die Gemeinde braucht Unterstützung und freut sich über neue Helfer

Vikar Jakob Falk

Vikar Jakob Falk"Ah der junge Herr Pfarrer, sagen Sie, woher kommen Sie eigentlich?" fragt eine Frau beim Händeschütteln. Ich zögere einen Moment. "Ähm, na eigentlich bin ich noch gar kein Pfarrer sondern Vikar. Ich mache quasi eine Ausbildung zum Pfarrer, deswegen trage ich auch schon den Talar. Das ist so ähnlich wie das Referendariat bei Lehrern. Während das Theologiestudium an der Uni sehr theoretisch war, kommt nun der praktische Teil in der Gemeinde. Predigen, Taufen, Trauen, Beerdigen und und und."

Aber halt! Das war gar nicht die Frage. Ich freue mich darüber, mich Ihnen vorzustellen und will gern auf die Fragen eingehen. Auf solche, die ich schon von einigen von Ihnen vernommen habe und solche, die Sie möglicherweise beschäftigen.

Also los geht’s.

Woher kommen Sie?

Ich wohne in Friedrichsfelde. Zusammen mit meiner wunderbaren Freundin bin ich extra für das Vikariat hierher gezogen. Die Lage ist sehr praktisch. So bin ich mit dem Fahrrad schnell im großen Bereich unserer Gemeinde unterwegs. Geboren wurde ich in der Charité nur wenige Meter von West-Berlin entfernt. Aufgewachsen bin ich allerdings nicht in Berlin, sondern in Potsdam und in Brandenburg auf dem Land. Erst zum Studium zog ich nach Berlin.

Wo haben Sie studiert?

Den Großteil meines Studiums verbrachte ich an der Humboldt-Universität, hier in Berlin. Zwischendurch war ich für zwei Semester in Glasgow/Schottland. Das war für mich eine ganz besondere Zeit. Ich lernte eine für mich ganz neue Welt kennen. Dabei war es weit mehr als nur ein Studienaufenthalt. Ich wohnte bei einer schottischen Familie und erkundete das Land auch fern der touristischen Ziele. Ich bin sehr dankbar für die Freundschaften, die in dieser Zeit entstanden.

Warum wollen Sie Pfarrer werden?

Wenn ich zurückblicke auf die Zukunftsvisionen aus meiner Kindheit, dann hatte ich nicht vor Pfarrer zu werden. Landwirt oder Zoodirektor, das waren meine Traumberufe. Nach dem Abitur in Potsdam entschied ich mich, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in der Landwirtschaft zu absolvieren. Das Jahr auf einem Rinderhof war spannend. Ich bin diesen Weg nicht weiter gegangen, da mir klar wurde, dass ich mich für einen eigenen Hof extrem hätte verschulden müssen. Außerdem war ich bei der Arbeit doch ziemlich einsam. Eine Arbeit, bei der ich mit Menschen zu tun hätte, die Gemeinschaft fördert und das Gute in dieser Welt voranbringt, lag da näher. Ich hatte das Gefühl, ich hätte der Welt etwas zu sagen. Dann gab es noch die Wahl zwischen Lehrer und Pfarrer. Dass meine Familie eine kleine Pfarrer-Dynastie darstellt, spielte kaum eine Rolle. Der Beruf war mir so allerdings schon vertraut. Ich muss aber auch zugeben, dass ich zu Beginn des Studiums überrascht war wie anspruchsvoll ein Theologiestudium ist. Das hatte ich unterschätzt. Das Lernen der alten Sprachen z.B. war keine leichte Übung. Mit der Zeit habe ich mehr Gefallen an der Theologie gefunden und hatte Spaß daran bestimmte Themen zu erforschen. Als Pfarrer möchte ich ansprechbar für die Menschen sein und zugleich verkündigen, was mir im Sinne des Evangeliums wichtig ist. Dabei verstehe ich mein Wirken durchaus auch als politische Einmischung. Manchmal reichen Gebete nicht aus. Ich bin gespannt wie sehr ich in der Zukunft auf Traditionen zurückgreife und wo ich ganz neue Wege wage.

Was erwarten Sie vom Vikariat in der Paul Gerhardt Gemeinde? Was sind Ihre Themenschwerpunkte?

Hauptsächlich erwarte ich einen Einblick in die vielen Arbeitsbereiche der Gemeinde. Eine so große Gemeinde mit 10.000 Mitgliedern kannte ich vorher nicht. Es ist interessant die vielen verschiedenen Aspekte kennenzulernen. Von der Seniorenarbeit, den Kitas, bis hin zu Bauprojekten. Besonders spannend wird es natürlich da, wo ich selbst Aufgaben übernehme. Vor kurzem habe ich zum ersten Mal ein kleines Kind getauft. Das werde ich wohl nie vergessen. Es war eine aufregende und beglückende Erfahrung. Demnächst kommen weitere Taufen, Trauungen. Insofern freue ich mich darauf loszulegen. Ob in Bibelstunden, Gottesdiensten, der Jugendarbeit und vielem mehr. Ich bin da gar nicht so festgelegt auf bestimmte Themen. Jede Erfahrung hilft mir weiter. Das Vikariat ist Facettenreich. Es gibt noch so vieles zu lernen! In der Gemeinde oder im Predigerseminar in Wittenberg, wo es alle paar Wochen begleitende Kurse für uns Vikarinnen und Vikare gibt. Sehr wichtig ist mir persönlich, wie angedeutet, das politische Wirken, etwa bei Gedenkveranstaltungen oder der Unterstützungs- und Integrationsarbeit mit Geflüchteten.

Was interessiert Sie privat? Haben Sie besondere Hobbys?

Neben den schon angesprochenen politischen Interessen, liebe auch in der Stadt die Natur. Leider beschränkt sich unser Gärtnern auf den Bereich unseres Balkons. Tiere können wir hier auch nicht halten. Aber dafür ist der Tierpark nicht weit. Schon als Kind besuchte ich in den 80er und 90er Jahren den Tierpark mit meiner Großmutter. Insofern liegt mir der Tierpark schon lange am Herzen. Außerdem bin ich glühender Fußballfan und gehe sehr gern auf Konzerte.

Wie soll es nach dem Vikariat weitergehen?

Am schönsten wäre für uns eine Pfarrstelle auf dem Land. So könnten wir die verschiedenen privaten und beruflichen Interessen miteinander verbinden. Leider kann man beim Entsendungsdienst nicht mitreden. Aber da die meisten jungen Pfarrerinnen und Pfarrer lieber nach Berlin wollen, stehen unsere Chancen nicht schlecht.

Sie haben weitere Fragen? Dann fragen Sie mich einfach. Ich freue mich auf die Gespräche mit Ihnen allen.

Ihr Vikar Jakob Falk

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