Aus dem Nähkästchen | Der Gemeindeausflug nach Frankfurt Oder

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# Rückblicke

Aus dem Nähkästchen | Der Gemeindeausflug nach Frankfurt Oder

Unser Gemeindeausflug begann am Tierparkhotel Abakus. Ein neues Busunternehmen sollte uns 33 Teilnehmende am 19. September für einen Tag nach Frankfurt/Oder bringen. Pfarrer Lennart Schirr begleitete uns. Die Reiseleiterin stellte sich und den Fahrer vor, sehr lakonisch, woran die Berlinerin zu erkennen war: „Ich bin Anke, vier Buchstaben seien genug, meinte meine Mutter, und das ist Andi.“ Danach las Lennart zur Andacht Luthers Morgengebet vor.

Kaum waren wir an Storkow vorüber, begann Anke am laufenden Band kuriose Schnurren aus der Mark Brandenburg zu erzählen. So verging die Fahrt rasch und wir hielten direkt vor dem neugotischen Backsteinbau von St. Gertraud, heute Stadtpfarrkirche, auf dem „Anger“ in der Gubener Vorstadt. Ihre Geschichte reicht bis 1368 zurück. Nach mehreren Zerstörungen und frühem Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg erfolgte 1979/80 ein Umbau. In Höhe der ehemaligen Emporen wurde eine Zwischendecke mit Gottesdienstraum oben und Gemeinderäumen darunter eingezogen.

Im Kirchenraum befinden sich drei bedeutende Kunstwerke, gerettete Teile der liturgischen Ausstattung der gewaltigen Marienkirche, deren Zerstörung noch heute zu sehen ist. Ihre einzigartig schönen Glasfenster aus dem 14. Jh. besichtigten wir später. Sie wurden 2002 von Russland zurückgegeben und nach Restaurierung 2007 wieder eingefügt.

Zu den größten Schnitzaltären der Mark Brandenburg zählt der Hochaltar. Im Schrein steht lebensgroß Maria mit dem Kind als apokalyptische Madonna auf der Mondsichel, links der hl. Adalbert als Bischof, rechts die hl. Hedwig mit ihren Schuhen im Arm. Der Altar besitzt doppelte Flügelpaare mit heute noch 16 Gemälden für die dreifache Wandlung an Werk-, Sonn- und hohen Feiertagen. Das kunstvolle Gesprenge wurde nach langer Restaurierung erst 2017 wieder aufgesetzt.

Bestaunen konnten wir außerdem den bis unter die Decke reichenden siebenflammigen spätgotischen Bronzeleuchter mit Figuren der Christusgeschichte sowie das mächtige bronzene Taufbecken mit Inschrift und der Jahreszahl 1376.

Vor der Besichtigung hielt Pfarrer Schirr eine Andacht. Wir lasen im Wechsel Psalm 121 „Der Herr behüte dich“ und sangen EG 365 „Von Gott will ich nicht lassen“.

Zum Mittagessen ging es in ein griechisches Restaurant am Ufer der Oder. Dann führte die Fahrt durch das Schlaubetal zum Kaffee ins Forsthaus „Siehdichum“. Nach kleinen individuellen Spaziergängen begann gegen 18.00 Uhr die Heimreise und wir sangen auf Wunsch einer Mitreisenden ein Abendlied.

– Eindrücke von Marie Riemann

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