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"Nie wieder" – Pogromgedenken in Lichtenberg

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Mit einem der wenigen noch lebenden Zeitzeugen, Horst Selbiger, fand am 9. November 2019 im Gemeindesaal der Erlöserkirche das Gedenken an den Pogrom von 1938 statt. "Fragt uns, wir sind die Letzten", so die Worte des 91jährigen Berliner Journalisten Horst Selbiger. Mehr als 100 Besucher folgten dieser Aufforderung und besuchten die Gedenkveranstaltung der Paul-Gerhardt-Gemeinde.

Der 9. November 1938 stellte bis dahin den traurigen Höhepunkt der Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus dar. Gleichzeitig war es der Anfang der systematischen Vertreibung und Vernichtung des europäischen Judentums durch die Nationalsozialisten.

Als Horst Selbiger von seinen Erlebnissen aus dieser Zeit berichtete, hätte man eine Stecknadel fallen hören, so gebannt und auch erschüttert lauschten die Zuhörer seinen Worten. Seine Kindheit und Jugend waren von Diffamierung, Ausgrenzung sowie harter Zwangsarbeit geprägt. Mit dem Lied von der Knorr-Bremse als "Knochen-Bremse" erinnerte der Künstler Olaf Ruhl an die vielen Zwangsarbeiter, die de facto nebenan in den Stadtteilen Lichtenberg und Rummelsburg menschenunwürdiger Ausbeutung rechtlos ausgesetzt waren.

Selbigers bewegtes Leben endete nicht 1945, auch danach war es nicht weniger bewegend, wie er es in der Beantwortung der vielen Fragen aus dem Publikum erklärte. Sein Leben und auch die Hoffnung auf einen "besseren Staat" sowie seine Zeit in der DDR und in der BRD beschreibt er in dem Buch "Verfemt – Verfolgt – Verraten. Abriss meines Lebens", welches von zahlreichen interessierten Besuchern am Rande der Veranstaltung erworben wurde.

Ihren Abschluss fand die Veranstaltung vor dem Banner "Nie wieder" mit brennenden Kerzen und Schweigen vor der Erlöserkirche. "Tut etwas", mit diesem Worten von Horst Selbiger zum "Nie wieder" endete diese Gedenkveranstaltung.

Wie geht es weiter mit dem Gedenken an die Reichspogromnacht in der Paul-Gerhardt-Gemeinde, ganz gleich ob runde oder unrunde Jahrestage? Die Arbeitsgruppe Pogromgedenken bleibt bestehen. Nach der Beendigung des Vikariats von Jakob Falk wird Pfarrer Edgar Dusdal dieses so wichtige Thema unterstützen. Weitere Mitstreiter, nicht nur aus der Gemeinde, sind zur Vorbereitung des Pogromgedenkens 2020 herzlich willkommen. Termine und weitere Einzelheiten werden rechtzeitig über die Medien der Paul-Gerhardt-Gemeinde bekanntgegeben. 

Renate Mehner im Namen der AG Pogromgedenken

 

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