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Der Kinderchor der Paul-Gerhardt-Gemeinde Lichtenberg

"Die Regentropfen toben auf den Pfützen in der Stadt. Und ich hocke hier oben und drück mir die Nase platt…" Was sich liest wie eine Beschreibung eines typischen Berliner Wintertages, gehört zu einem Lied, das an einem Nachmittag im Gemeinderaum der Kirche "Zur frohen Botschaft" in Karlshorst erklingt. Dort trifft sich wie an jedem Montag der Kinderchor der evangelischen Kirchengemeinde, um gemeinsam mit Chorleiter Manuel Rösler Musik zu machen.

Dass sich die Kinder "die Nase platt drücken" würden, kann man nicht gerade behaupten. Tatsächlich haben die jungen Sängerinnen und Sänger im letzten Jahr schon einiges bewegt. Auftritte bei der Seeparkfamilie, auf den Gemeindefesten in Karlshorst und Rummelsburg und ein Adventgottesdienst in der Dorfkirche Friedrichsfelde sind nur ein Ausschnitt des Chorprogramms. Auch mehrere Probenwochenenden und eine Musicalaufführung gemeinsam mit Kinderchören aus dem Berliner Norden, die ebenfalls von Manuel Rösler geleitet werden, standen auf dem Programm. Auch in diesem Jahr soll es wieder Auftritte in der Gemeinde und außerhalb geben, man feilt an einem richtigen Konzertprogramm und auch an ein kleines Musical ist gedacht.

Dabei ist es dem musikalischen Leiter wichtig, die Kinder und Familien in seine Planung einzubeziehen. Ohne die unermüdliche und liebevolle Hilfe vieler Eltern wären beispielsweise Probenwochenenden kaum zu leisten. Und es gibt sogar einen "Chorrat", der beispielsweise über die Auswahl der Lieder oder die Chorkleidung mitentscheidet.

Musikalische Zaubertränke

Vor ein paar Monaten hat Manuel Rösler ein Stück mitgebracht, dessen Partitur aus sogenannter "grafischer Notation" besteht. Keine Noten, wie man es sonst gewohnt ist, sondern Punkte und Linien, dünne und dicke Kästchen und geheimnisvolle Kringel. Das Ganze sieht aus wie das Rezept für einen alchimistischen Zaubertrank. "Und doch haben es die Kinder in einer Viertelstunde entschlüsselt und wir konnten es schon aufführen", freut sich Rösler. "Ich will, dass die Kinder ganz viel unterschiedliche Musik kennenlernen: geistliche Lieder, die wir im Gottesdienst singen können, lustige Kanons und moderne Popsongs – aber auch klassisches Kinderchorrepertoire."

Oft schreibt Rösler auch selbst etwas – das ist immerhin sein "zweiter Beruf". Als Komponist und Arrangeur arbeitet er für Chansongrößen wie Tim Fischer, Rainer Bielfeldt oder Sebastian Krämer, pflegt eine enge Beziehung zum Metropolis Orchester Berlin (Deutschlands einziges Stummfilmorchester), hat die Musik für über neunzig Hörspiele geschrieben und ein Sankt-Martins-Musical, das seit über zehn Jahren an jedem 11. November im Berliner Dom aufgeführt wird.

"Draußen wird es Abend, der Tag sagt gute Nacht."

Mittlerweile ist es dunkel geworden. Noch immer klopft der Regen sanft an die Scheiben des über hundert Jahre alten Gebäudes. Viele Lieder handeln von Themen, die den Kindern wichtig sind: Freunde und Gemeinschaft, Tiere und Natur – und natürlich höherer Blödsinn wie im Lied von der kaugummikauenden Kuh oder der Grille, die sich vom vielen Musizieren schon ganz wundgewetzt hat. Am Ende jeder Stunde dürfen sich die Kinder noch ein Lied wünschen und als sich der Chorleiter nach der Probe noch einmal ans Klavier setzt und Musik aus den Harry-Potter-Filmen spielt, geht die Probe magisch zu Ende.

Kinderchor der Paul-Gerhardt-Gemeinde
Gruppe 1 (Vorschule und 1./2. Klasse) montags von 16.30-17.00 Uhr
Gruppe 2 (ab 3. Klasse) montags von 17.00-17.45 Uhr
Gruppe 3 (ab 4. Klasse, erhöhter musikalischer Anspruch) montags von 17.45-19.00 Uhr

Kontakt: Manuel Rösler

 

 

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