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Bach im Konzert III

H-Moll-Messe zum Abschluss – wie beim berühmten Bachfest in Leipzig! Höhepunkt des Bachfests und auch des Schaffens von Johann Sebastian Bach. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1750 setzt er seinem umfangreichen Werk die Krone auf. Selbst hat er das Werk in dieser Form nie gehört, denn es gab hierfür keine Verwendung in seinem beruflichen Umfeld. Im protestantischen Gottesdienst hatte eine vollständige lateinische Messe keinen Platz und selbst in der katholischen Kirche hätte die Länge des Werks jeder Integration in den Gottesdienst entgegengestanden. Wir können über seine Motivation zu einem solchen Werk nur spekulieren. Michael Maul, der Intendant des Leipziger Bachfests, wird uns in seiner Werkeinführung vor unserem Konzert sicher seine hochinteressante These vorstellen.

Die Anfänge der Messe liegen früher, vor allem im Jahr 1733. Bach komponierte eine lutherische Kyrie-Gloria-Messe als Geschenk an den Dresdner Hof. Er versprach sich davon die Verleihung des Titels eines Hof-Compositeurs durch den sächsischen Kurfürsten in der Hoffnung, diese Ehrung wür- de seine Position gegenüber den alles andere als wohlwollenden Leipziger Dienstherren stärken. Drei Jahre später bekam er den ersehnten Titel, genützt hat er ihm wenig. Und einen Beleg, dass in Dresden sein Werk gewürdigt oder gar aufgeführt wurde, haben wir auch nicht. Vielleicht war es zu anspruchsvoll für die dortigen Galanterien. Irgendetwas hat ihn 15 Jahre später bewogen, das Kyrie und Gloria zu einer vollständigen Messe zu erweitern. Für das Sanctus konnte er auf eine Komposition zum Weihnachtsfest 1724 zurückgreifen. Für die noch fehlenden Teile, insbesondere das zentrale Credo, überarbeitete er zum großen Teil Sätze aus seinen Kantaten, ähnlich wie bei der g-Moll-Messe, die am Vorabend in der Erlöserkirche erklingt. Die Musik zum Incarnatus komponierte er zuletzt, im Jahr 1748, seine letzte Komposition für Chor und Orchester überhaupt.

Resultat ist ein fulminantes Werk, das alles andere überstrahlt. Franz Liszt schrieb dazu: "Die h-Moll-Messe ist der Mont Blanc der Kirchenmusik – höher kann man in der abendländischen Musik nicht hinaus."

Und natürlich gehört sie zu den ganz großen Herausforderungen der Chorliteratur. In 17 von 26 Sätzen ist der Chor gefordert und sie gehören zu dem Schönsten und vor allem auch Anspruchsvollsten, was Bach komponiert hat. Der Studiochor Karlshorst hat sich an das große Werk gewagt. Im Laufe von vier intensiven Chorwochenenden und vielen weiteren Proben ist die Freude an und der Respekt vor Bachs größtem Vokalwerk nur noch gewachsen. Die Messe ist der Höhepunkt eines jeden Sängerlebens und hoffentlich auch für die Besucher des 2. Bachfests Karlshorst.

KMD Cornelia Ewald
Winfried Krause, Bach bewegt e.V.

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