Ägypten und das alte Testament
Das Alte Testament ist voll von Bezügen, die mit der Geschichte Ägyptens verbunden sind. Manche sind offensichtlich andere untergründiger, aber um so bedeutender. Anhand von drei Themen soll dieser Beziehung nachgegangen werden.
In seinem Werk "Der Mann Moses und die monotheistische Religion" postulierte Sigmund Freud noch, Moses habe den Monotheismus durch Echnaton in Gestalt der Aton-Religion kennengelernt, den Hebräern vermittelt, und so zur Grundlage des jüdischen Glaubens werden lassen.
Diese These wurde bald widerlegt, obwohl Mose einen ägyptischen Namen trägt. An seine Stelle trat folgender Gedankengang, wie ihn die biblische Erzählung selbst nahelegt. Gott offenbarte sich dem Mose im brennenden Dornenbusch. Der Monotheismus ist uns durch diese Offenbarung zuteil geworden. Auszug aus Ägypten heißt zugleich auch Auszug aus dem Sklavenhaus des Polytheismus, aus dem Heidentum. In Israel angekommen, zeigt er sich allerdings immer wieder als ein gefährdeter Glaube, der sich bewähren musste. Am Ende des 20. Jahrhunderts geriet diese Sichtweise allerdings ins Wanken. Der Monotheismus, so die heutige Auffassung steht nicht am Anfang, sondern am Ende der jüdischen Glaubensgeschichte. Er ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung, die sich allein in Israel abgespielt hat. Doch welches sind seine Etappen, die er bis dahin zurückgelegt hat und wodurch wurde er initiiert. Diesen und anderen Fragen möchte sich der erste Abend stellen.
Ein zweiter Abend soll sich nun ganz konkret mit Mose und dem Auszug des Volkes Israel aus Ägypten beschäftigen. Gab es ihn überhaupt, und wenn nicht, welche Bedeutung hat dann seine Erzählung, welche Funktion hat er, wie ist er zu interpretieren. Immerhin ist der Auszug aus Ägypten der Gründungsakt des Volkes Israel, die bedeutendsten jüdischen Feste beruhen auf ihm und in ihm reflektiert das Judentum seinen Glauben zu Jahwe.
Am dritten Abend soll es dann um die Josephsgestalt gehen. Joseph in Ägypten. Zeitlich liegt sie vor der Geschichte des Mose und erinnert an ein glückliches Miteinander beider Kulturen. Welche Rolle spielt dieses Intermezzo und wie ist diese Erzählung heute zu deuten. Am Ende dieses Vortrages soll noch ein kleiner Ausflug in die Kunstgeschichte diese Reihe abrunden.
| 29. April: | Was sagt uns die Bibel über die Entstehung des Monotheismus? |
| 10. Juni: | Gab es einen Auszug des Volkes Israel aus Ägypten? Zur Bedeutung und Funktion einer Erzählung |
| 8. Juli: | Joseph zwischen Versuchung und Vergebung. Zur Erzählung Joseph in Ägypten |
Alle Abende beginnen 19:30 Uhr und finden im Vorraum der Karlshorster Kirche statt.
Edgar Dusdal











